Ob man wirklich immer Mal voll laden soll oder nicht, da scheiden sich die Geister. Selbst diejenigen, die in der Akkuentwicklung arbeiten, sind sich da nicht einig. Außerdem kommt es immer darauf an, was es für ein Akku ist und wie der chemisch genau zusammengesetzt ist, ...
Tesla selbst sagt, dass LFP Akkus immer auf 100% geladen werden können/sollen, die anderen Akkus aber nicht.
Ebenso gibt es bei Tesla oben keinen Puffer, voll ist da wirklich voll. Das merkt man auch, wenn man mit 100% los fährt und keinerlei Reku mehr hat. Das ist bei unseren Autos anders, da sind 100% durch den oberen Puffer nur 90% oder so.
Also können wir unsere Autos gar nicht voll laden. Die Ladeschlussspannung wird also niemals erreicht, sondern vorher gestoppt.
Ein gutes BMS versucht permanent die Zellen auf einem gleichen Niveau zu halten. Also ein Balancing sollte nach Möglichkeit immer stattfinden. Bei Tesla kann man das mit dem Dongle gut sehen, dass das immer passiert, mich würde es wundern, wenn das bei Genesis anders wäre.
Die regelmäßige langsame Ladung von einem niedrigen SoC auf 100% dient meiner Meinung nach nur dafür, dass das BMS noch den genauen Akkuzustand kennt und sich nicht "verrennt". Sonst könnte es irgendwann passieren, dass man mit 5% liegen bleibt. Ebenso sollte der Genesis hier dran erkennen, wie gut der Akku noch ist und eventuell den oberen Puffer ein wenig schmälern, um die Degradation weniger aussehen zu lassen.
Und dass AC Ladung besser für den Akku ist, als DC, das Märchen liest man auch immer wieder. Das kommt daher, dass die meisten Autos mit AC nur 11kW laden können und mit DC über 100kW.
Fakt ist, dass der Akku intern immer DC geladen wird. Ob direkt DC ins Auto kommt oder der AC/DC Wandler daraus DC macht, ist vollkommen egal. Ob 11kW AC oder DC ist also vollkommen irrelevant für den Akku.
Es kommt nur darauf an, wie schnell der Akku geladen wird, mit einer schonenderen niedrigen C Rate oder einer stressigeren hohen C Rate. Und wie viel der Akku aushält, da kommt es dann wieder auf die genaue chemische Zusammensetzung an und natürlich auch die Temperatur des Akkus.
Das sollte ein gutes BMS wissen und entsprechend die Laderate hoch oder runter regeln.
Es gibt ne Studie über Akkus bei Tesla. Wo verglichen wurde, wie viel schonend geladen wurde und wie viel schnell geladen wurde.
Und das Ergebnis zeigt, dass die Degradation in beiden Fällen in etwa gleich ausfällt. Bei beiden Methoden gibt es Ausreißer mit sehr guten aber auch sehr schlechten Akkus. Im Großen und Ganzen könnte aber nicht festgestellt werden, dass viel schnellladen den Akku mehr altern lässt oder dem Akku schadet.
Aber Tesla lädt auch im Vergleich mit unseren Fahrzeugen mit einer viel geringeren C Rate und stresst den Akku nicht so sehr.
Wie es mit unseren Akkus aussieht, das wird man erst in ein paar Jahren sehen.
Ich würde mich immer an das halten, was im Handbuch steht, denn der Hersteller sollte am Besten wissen, was seinem Akku schadet und was nicht.
Da aber die Akkusentwicklung nicht in den Kinderschuhen steckt, wird man immer erst mit der Zeit sehen, ob die Hersteller Recht haben oder nicht.